Banken müssen wagen…

Großbanken müssen wagen, das Undenkbare zu denken

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Es an der Zeit, die Rolle des Asset-Managements – auch genannt Investment Management – innerhalb einer Großbank zu überdenken.

Innerhalb des Asset-Managements werden die anvertrauten Gelder in verschiedenen Anlageklassen investiert und verwaltet.

In diesem Sinne liegt mein Vorschlag für ein Geschäftsmodell einer Großbank darin, das eigene Asset-Management unabhängig von der Bank und natürlich von der „Bank-Hausmeinung“ zu machen.

Mein Vorschlag ist nicht regulatorisch oder politisch getrieben, um die Risiken einer Großbank im Finanzplatz zu minimieren. Er kommt ausschließlich aus dem Verlangen und Gedanken, einen Mehrwert für Kunden zu schaffen und dann daraus folgend auch für das Finanzinstitut.

Das Ziel muss darin bestehen, die Leistungsqualität der Großbanken zu verbessern.

Eine radikalere Lösung besteht darin, das Undenkbare zu denken und sich konsequent vom eigenem Asset-Management in Form einer Abspaltung zu lösen, und es an mehrere Best-in-Class Anbieter zu übertragen. Der Fokus der Großbank wird dann auf Private Banking ohne eigenes Asset-Management gelegt.

Auch wenn das Asset-Management unter verschiedensten Gesichtspunkten heute schon an strategische Outsourcing-Partner vergeben wird, sollte doch sicher gestellt sein, dass mit den Produkten aus fremden Häuser ein echte Diversifikation, eine sogenannte „wahre“ Offene Architektur stattfindet.

Bei kleineren Banken dagegen ist diese Konstellation ohne eigenes Asset-Management oft aus zwei wesentlichen Gründen getrieben. Die einen haben sich bewusst dagegen entschieden, ein eigenes Asset-Management zu pflegen und setzen deshalb auf externe Partner. Den anderen fehlt neben der nötigen Expertise und Infrastruktur einfach der Wettbewerbsvorsprung.

Finanzinstitute, die nur auf einen externen Asset-Management Partner setzen, agieren suboptimal, da erst die Diversifikation auf mehrere Partner den wahren Wert für Bank und Kunden erbringt.

Investment Banking sollte nur dann einbezogen werden, falls die Bank ganz vorne mitspielt, die eigenen Risiken einschätzen und diese rechtlich eindämmen kann. Es darf die Bank nicht bei der nächsten Finanzkrise in den Abgrund stürzen.

Der radikale Vorschlag kann vielleicht von einer Großbank ignoriert werden, falls sie glaubwürdig zeigen kann, dass das eigene Asset-Management immer unabhängig und selbständig agiert.

Aber auch dann ist ein unabhängiges Asset-Management als eigenständige Einheit immer das glaubwürdigere Geschäftsmodell. Zudem wird die Notwendigkeit einer internen Entschuldigung entfallen, wenn die Performance durch die „Hausmeinung der Großbank“ gelitten hat.

Damit muss sich das Asset-Management dem harten Wettbewerb stellen, und dies zum Vorteil der Kunden, und nicht zuletzt auch ihm selbst, zumal dies das glaubwürdigere Geschäftsmodell ist.

Die Fokussierung auf die wesentlichen objektiven Stärken und Kernkompetenzen ist das Erfolgsgeheimnis mancher Unternehmen, wie u.a. Apple, Google oder Facebook. In diesem Ansatz liegt auch die Zukunft der Banken.

Apple ist ein gutes erfolgreiches Beispiel für die Auslagerung (Outsourcing) seiner Produktionen an Best-in-Class Partner, die manchmal auch zu seinem größten Konkurrenten, wie z.B. Samsung, gehören. Es konzentriert sich auf seine Kernkompetenzen und vergibt den Rest an strategische Outsourcing-Partner.

Mit der so erlangten Beratungsfunktion und der damit verbundenen Marktdurchdringung gewinnt ein Finanzinstitut ständig an Größe, Stärke und entsprechendem spezifischen Know-how hinzu.

Es kann durch seine zunehmende Stärke im Markt den besten Preis für den Kunden erzielen, bei den besten Vermögensverwaltern investieren, die beste Liquidität erhalten und auf den besten Research zugreifen. Dies sind Vorteile, die die meisten Kunden nicht selbst ausspielen können.

Die Nachteile einer derart strukturierten Großbank ohne eigenes Asset-Management liegen in der geringeren Kontrollmöglichkeit der Risiken und der niedrigeren Erträge durch die Inanspruchnahme von Dritt-Anbietern. Insgesamt überwiegen allerdings die Vorteile, da damit die höheren Renditen zu erzielen sind.

Die Bank wird damit langfristig als wahrer und notwendiger Berater wahrgenommen und bildet damit die Basis für eine starke vertrauenswürdige Marke und für langfristig gute Beziehungen.

Im Asset-Management ist eine international wettbewerbsfähige Performance der wichtigste Faktor, der über Erfolg oder Misserfolg des Geschäftsmodells eines Institutes entscheidet.

Welcher Asset Manager würde in ein Restaurant gehen, in dem die Speisen – sprich Performance – nicht gut sind, mag es noch so einen klangvollen Namen haben. Dort wird er einmal, höchstens zweimal hingehen und dann nie wieder. Die Mundpropaganda wird darüber hinaus wenig werbewirksam sein.

Damit sollte sich eine Bank für die Rolle des Asset-Managements oder des Banking/Beraters entscheiden.

Die erfolgreichen Start-ups und New Economy Firmen wie Facebook, Google, Apple, Amazon, etc., welchen manche Banken seit neuestem jetzt so nacheifern wollen, haben die Notwendigkeit der Innovationsfindung in der Nische schon lange erkannt.

Erst dann können die Großbanken und die Asset Manager ihre Stärken ausspielen und zusammen erfolgreich sein.

Ein Vorschlag, der sich vielleicht radikal anhört, aber den Ansatz, das scheinbar Undenkbare zu denken, konsequent verfolgt.

„Damit das Mögliche entstehe, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“

 

Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung von der Huffington Post abgedruckt