Mittelstand baut weiterhin auf Kredite

Mittelständische Anleihen und Kredite

Mittelstand klingt nach Tradition und Solidität. Derzeit kämpfen jedoch auch erfolgreiche mittelständische Unternehmen mit Themen wie Nachfolgeregelung, Eigen- und Fremdkapitalzugang, was ihnen den Zugang für Refinanzierungen und Wachstumsfinanzierungen erschwert.

Mittelständische Kredite

Der solide Mittelstand, der über eine hohe Eigenkapitalquote und gute Cash Flow-Zahlen verfügt, finanziert sich auch heute weiterhin über Kredite, und das zu deutlich günstigeren Konditionen als über Anleihen. Dass sich Investoren trotzdem für mittelständische Kredite interessieren liegt daran, dass die Bonität der Unternehmen hier höher ist. Im Gegenzug fallen natürlich auch die Kupons niedriger aus als bei den mittelständischen Anleihen, aber höher als bei Staatsanleihen sind sie immer noch. Um aber die soliden von den weniger soliden kapitalsuchenden Unternehmen unterscheiden zu können, müssen Investoren ein gutes Kredit-Know-how aufbauen. Auch die Abbildung inconvexity-PAL154000053 der Buchhaltung, der Risikomessung, und auf der steuerlichen Seite ist komplex. Aus diesem Grund führt der Einstieg in dieses Marktsegment derzeit meist über einen darauf spezialisierten Asset Manager.

Negative Schlagzeilen bei Mittelstandsanleihen

Daher setzt man auf Investoren, die diese Finanzierungslücke des Mittelstands schließen sollen und dabei relativ hohe Renditen erzielen können. Laut einer Studie der DZ-Bank vom Januar 2014 zum Thema Unternehmensanleihen lag der durchschnittliche Kupon der in 2013 begebenen Anleihen bei 7,46%.

Doch Mittelstandsanleihen haben in letzter Zeit für negative Schlagzeilen gesorgt. Die Ausfälle in dem noch jungen Markt lagen bisher deutlich höher als es nach den Ratings zum Zeitpunkt der Emissionen zu erwarten gewesen wäre, erklärt die DZ Bank in der Studie: „Es fällt auf, dass zum Zeitpunkt der Emission selbst die mittlerweile ausgefallenen Bonds über relativ gute Ratings der Mittelstandsagenturen verfügten. Hinzu kommt, dass hier der Zeitraum zwischen Emission und Insolvenz vergleichsweise kurz war.“

Mittelstandsanleihen werden dabei in der Regel nicht über ein Rating von den großen Ratingagenturen Moody’s, S&P oder Fitch geratet, sondern von einer der kleineren Agenturen. „Aus dem von uns ermittelten Universum von Mittelstandsbonds haben wir seit 2010 bereits 13 Insolvenzen von Unternehmen gezählt. Davon betroffen waren 17 Anleihen im Nominalwert von zusammen 910 Mio. Euro – oder insgesamt rund 14% des im Betrachtungszeitraum emittierten Nominalvolumens“, so die DZ-Bank. Damit drängt sich der Eindruck auf, dass die Namensgebung „Mittelstand“, mit dem man Solidität und Tradition verbindet, strapaziert wird und eine höhere Bonität suggeriert als tatsächlich gegeben ist.